Konsonantenverbindungen im Quenya

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Elentáro
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Konsonantenverbindungen im Quenya

Beitrag von Elentáro » Mo Mär 07 2011 18:40

Hallo
Ich war mir jetzt nicht sicher, ob ich dafür jetzt ein neues Thema eröffnen sollte. Mir geht es hier um die möglichen Konsonantenverbindungen im Quenya. Vor einiger Zeit sind mir 2 Wörter ins Auge gestochen, bei denen ich mir unsicher bin. Es geht mir hier nicht um die Übersetzung der Wörter.

himya- : Ist my überhaupt möglich? Wie kommt das denn zustande? Ich selber hätte gedacht, dass Kombinationen mit y nur mit dentalen Lauten möglich sind.

norsa : Das finde ich noch nicht mal so verwirrend. Es leitet sich von ÑGOROTH ab, ñortha im valinorischen Quenya. In diesem Forum habe ich schon die Verbindung -rf- gefunden, von daher finde ich -rs- auch nicht unmöglich. Könnte -rh- auch möglich sein? Ich frage nur, weil die Verbindung r mit einem Reibelaut im Quenya für mich nicht unbedingt alltäglich ist.

Ich bedanke mich jetzt schon für eure Hilfe.

Ailinel
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Re: Konsonantenverbindungen im Quenya

Beitrag von Ailinel » Mo Mär 07 2011 21:16

Diese Konsonantenverbindungen kommen auch in anderen Q. Wörtern vor, vgl. lamya- . Es sind die Wortstämme LAM-, KHIM- mit verbalem Ableitungssuffix -ya. Mit -rs- gibt es, glaube ich, etliche Wörter, ich denke gerade an narsil, von THIL-.

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Roman
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Beitrag von Roman » Mo Mär 07 2011 23:23

. In diesem Forum habe ich schon die Verbindung -rf- gefunden, von daher finde ich -rs- auch nicht unmöglich. Könnte -rh- auch möglich sein? Ich frage nur, weil die Verbindung r mit einem Reibelaut im Quenya für mich nicht unbedingt alltäglich ist.
Insbesondere in der Spätzeit scheint Tolkien die Einschränkungen bzgl. der Konsonantencluster oft gelockert zu haben. In der Regel hat das mit Analogie zu tun. Z.B. würde n-ph > *mp ergeben und die intensivierte Form von faila wäre *ampaila, aber da man den Wortklang von faila beizubehalten versucht, wird stattdessen *anfaila daraus (PE17:90,92).
Die Kombination rh kommt bereits vor in terhat- und rf in terfantie, beide male vermutlich aus denselben Gründen. Andererseits wird z.B. TAR- + KHIL- zu Tarkil, einer der Bezeichnungen für die Numenorer - offenbar ist dieses Wort schon fossilisiert, d.h. die Bestandteile sind den Sprechern nicht mehr ganz klar oder nicht mehr wichtig.
himya- : Ist my überhaupt möglich? Wie kommt das denn zustande? Ich selber hätte gedacht, dass Kombinationen mit y nur mit dentalen Lauten möglich sind.
Man findet keine Kombinationen von Velar + y, weil sich diese alle verschieben: ky > t, gy > y, sky > hy (letzteres ist der ich-Laut). Es gibt ein Gegenbeispiel: Erukyerme, was womöglich dialektisch ist.
Von den möglichen Kombinationen von Labial + y ist nur my belegt, ein Anhängen von -ya an Wortstämme, die in -P, -B enden, scheint von vornherein vermieden zu werden.

Elentáro
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Beitrag von Elentáro » Di Mär 08 2011 11:17

Ups, Narsil habe ich ja völlig übersehen.
Wörter mit -my- würde ich persönlich eher mit großem Widerstreben verwenden, da es für mich nicht wirklich ins Lautbild passt. Sind denn Texte von Tolkien belegt, in denen diese Kombination vorkommt? (Ich meine im "modernen" Quenya)

-nf- würde ich lieber zu -mp- (oder zumindest -mf-) umwandeln. Ich war es bis jetzt eigentlich gewohnt, dass der Nasallaut dem dahinterstehenden Stopplaut oder Reibelaut angepasst wird und einen Reibelaut nach einem Nasallaut finde ich für Quenya auch nicht unbedingt prickelnd.
ky > t
Nicht ky > ty? z.B.: kyelekâ > tyelca

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Roman
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Beitrag von Roman » Di Mär 08 2011 23:23

Wörter mit -my- würde ich persönlich eher mit großem Widerstreben verwenden, da es für mich nicht wirklich ins Lautbild passt. Sind denn Texte von Tolkien belegt, in denen diese Kombination vorkommt? (Ich meine im "modernen" Quenya)
Warum müssen es unbedingt Texte sein? Es gibt genügend Wörter mit my, die als Einzelvokabeln von Tolkien aufgeführt werden.
-nf- würde ich lieber zu -mp- (oder zumindest -mf-) umwandeln. Ich war es bis jetzt eigentlich gewohnt, dass der Nasallaut dem dahinterstehenden Stopplaut oder Reibelaut angepasst wird und einen Reibelaut nach einem Nasallaut finde ich für Quenya auch nicht unbedingt prickelnd.
Es ist doch eigentlich die Regel in Sprachen, dass an Morphemgrenzen Konsonantencluster auftreten, die sonst phonologische Auswahlregeln verletzen würden.
Zu mf > nf vergleiche auch mw > nw und erhaltenes nv in Envinyatar.
Nicht ky > ty? z.B.: kyelekâ > tyelca
Mein' ich doch; ky > t ist Telerin.

Elentáro
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Beitrag von Elentáro » Mi Mär 09 2011 10:47

Warum müssen es unbedingt Texte sein? Es gibt genügend Wörter mit my, die als Einzelvokabeln von Tolkien aufgeführt werden.
Hätte ja sein können, dass es da Texte zur Belegung gibt. Und so viele Vokabeln sind mir da noch nicht begegnet, aber vielleicht fehlen mir nur die richtigen Vokabellisten für.
Es ist doch eigentlich die Regel in Sprachen, dass an Morphemgrenzen Konsonantencluster auftreten, die sonst phonologische Auswahlregeln verletzen würden.
Zu mf > nf vergleiche auch mw > nw und erhaltenes nv in Envinyatar.
Ich würde sagen, es kommt da einfach auf die Urform des Wortes an.
Ein v- im Quenya kann ja sowohl vom urelbischen w- als auch von b- abstammen. Bei einem v-, dessen Herkunft auf w- zurückzuführen ist, finde ich das ja auch richtig. Würde es jetzt von einem urelbischen b- kommen, würde ich wieder Embinyatar bevorzugen (wenn dem so wäre).
Mein' ich doch; ky > t ist Telerin.
Das weiß ich. War auch nicht als böse Kritik gemeint.

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