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Ein Haiku (wörtlich: "lustiger Vers") ist eine japanische Versdichtung.
Das Haiku lebt davon, dass sich der Dichter in einem einzigen Vers zu drei Wortgruppen à fünf, sieben und fünf japanischen Lautsilben darauf beschränkt, dem Leser einen einzigen sinnlich wahrnehmbaren Augenblick unmittelbar hinzustellen, ohne Titel, ohne Kommentar, ohne verschlüsselnde Sprache, ohne die Unmittelbarkeit störende Metaphern oder Vergleiche. Dem Leser ist es dann überlassen, den dargestellten Augenblick nachzuvollziehen und zum inneren Anlass des Verses zu finden.
Geprägt wurde der Begriff Haiku von dem Japaner Masaoka Shiki (1867-1902), doch entstanden ist das Haiku im Japan des 17. Jahrhunderts als Herauslösung des Startverses (Hokku) aus dem Kettengedicht Renga. Der Startvers musste einen Hinweis auf die Jahreszeit enthalten, um den Zeitpunkt der Entstehung eines Renga zu markieren. So ist es zu erklären, dass im Haiku meist Szenen aus der Natur gezeigt werden.
Ich schreibe bewusst in dieses Forum und nicht in den "Andere Sprachen"-Bereich, weil es mir weniger um das Haiku als japanische Gedichtsform, sondern um die Übersetzung ins Sindarin geht.
Es werden wahrscheinlich noch weitere Übersetzungen von mir folgen. Ich freue mich schon, auf eure Kommentare, Hilfe und Korrekturen.
Eins meiner Lieblingshaiku:
Laut, als sähe sie
ihres Käfigs Stäbe nicht,
singt die Nachtigall.
- Frau Sumi Taigi (1709-1772)
Brui sui ae û-gên aen
i rem e mand ín
linna i dhûlinn.
Bei der letzten Zeile bin ich mir besonders unsicher, des Satzbaus wegen. Allerdings gefällt mir da die Betonung und der "Reim".